Neue Ambulanz in Regen eröffnet: Schnellere Hilfe für Kinder und Jugend­liche in seeli­schen Krisen

Mehrere Personen schneiden symbolisch das Band zur Eröffnung der PIA Regen durch.
Mit dem Banddurchschnitt wurde die PIA Regen offiziell eröffnet (v.l.): Pfarrer Marco Stangl, Alexander Kraus, Dr. Tanja Hochegger, Dr. Olaf Heinrich, Stephanie Kiene, Christiane Frisch sowie Pfarrer i.R. Ernst-Martin Kittelmann.

Zahlreiche Vorteile für Patienten, Angehörige und Mitar­bei­tende – Eigener Krisen­dienst ab 1. Oktober 2026

Regen. Aus Platz­gründen wurde die Psych­ia­trische Insti­tuts­am­bulanz (PIA) für Kinder- und Jugend­psych­iatrie, die seit 2019 in Zwiesel behei­matet war, nach Regen verlegt und am 24. Juli offiziell einge­weiht. Am neuen Standort kann das Behand­lungs­an­gebot moder­ni­siert, erweitert und ein eigener Krisen­dienst angeboten werden.

“Immer mehr Kinder und Jugend­liche brauchen in unserem Land psycho­lo­gische oder psych­ia­trische Hilfe”, sagte Bezirks­tags­prä­sident Dr. Olaf Heinrich bei der Einweihung, zu der zahlreiche Vertreter aus Politik, Kirche, Gesund­heits­ein­rich­tungen, Schulen und verschie­denen Ämtern gekommen waren. “Eine Entwicklung, die alles andere als erfreulich ist.” Umso wichtiger sei daher das Angebot einer PIA. “Es freut mich sehr, dass wir ‚Am Sand 9‘ in Regen einen neuen Standort gefunden haben, der die Anfor­de­rungen nicht nur erfüllt, sondern zahlreiche Vorteile mit sich bringt – für die Patienten, ihre Angehö­rigen und die PIA-Mitar­bei­tenden”, so der Bezirks­tags­prä­sident. Die Ambulanz wird weiter als Außen­stelle der Klinik für Kinder- und Jugend­psych­iatrie am Bezirks­kran­kenhaus (BKH) Landshut geführt.

Wohltuende Räume mit mehr Möglich­keiten

Auf zwei Stock­werken bietet sich den Patienten ein helles, großzü­giges und modernes Umfeld – mit natür­lichen Farben, warmen Materialien und einem liebevoll umgesetzten Waldkonzept. “Es ist ein Ort, der nicht nach Krankenhaus aussieht, sondern nach Ankommen, Freund­lichkeit und Sicherheit”, beschreibt Stephanie Kiene, Ärztliche Leiterin der PIA Regen. “Natürlich heilen wohltuende Räume keine psychi­schen Erkran­kungen. Aber sie können den ersten Schritt leichter, die Angst kleiner machen, Hoffnung wecken und den Mut fördern, sich auf Hilfe einzu­lassen.“

Regen liegt zentral und gut erreichbar, die Insti­tuts­am­bulanz selbst fußläufig von Bahnhof und Busbahnhof. Die Lage hebt auch Regie­rungs­di­rektor Alexander Kraus vom Landratsamt Regen hervor. Der Landkreis begrüße den Umzug sehr, denn die PIA sei in jedem Kontext eindeutig gewinn­bringend für die Region. An der Prome­na­den­seite von Regen habe man sich räumlich optimiert, ohne die Zentra­lität aufzu­geben.

Neben den infra­struk­tu­rellen Verbes­se­rungen freut sich der Bezirks­tags­prä­sident insbe­sondere über die medizi­nische Weiter­ent­wicklung: “Mit dem Umzug können wir Spezi­al­sprech­stunden weiter ausbauen und haben nun deutlich höhere Behand­lungs­ka­pa­zi­täten – verbunden mit der Hoffnung auf kürzere Warte­zeiten.“

Notfall­am­bulanz ab 1. Oktober 2026

Auch räumlich und personell könne man dem stetig wachsenden Bedarf in der Patien­ten­ver­sorgung entge­gen­kommen. Die PIA vergrößert sich von etwa 150 auf 350 Quadrat­meter, das multi­dis­zi­plinäre Team aus Ärzten, Psycho­logen, Logopäden, Ergothe­ra­peuten und Sozial­päd­agogen wurde um vier Mitar­bei­tende verstärkt und bietet ganz neue Möglich­keiten:

“Wir können nun einen eigenen Krisen­dienst im Landkreis Regen anbieten”, freut sich Dr. Heinrich. Und auch Dr. Tanja Hochegger, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugend­psych­iatrie am BKH Landshut, betont: “Wir sehen Kinder mit Ängsten, Depres­sionen, mit familiären Krisen – und manchmal in akuter Not.” Gerade diese akute Not und die Möglichkeit, jetzt eine Notfall­am­bulanz hier etablieren zu können, sei für die Familien eine unglaublich wertvolle Entwicklung. Bisher mussten sie in einer solchen Situation nach Deggendorf oder Passau fahren.

Der Notdienst ist ab 1. Oktober 2026 von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16.30 Uhr sowie freitags von 8 bis 15 Uhr in akuten Krisen erreichbar. Befinden sich Kinder und Jugend­liche in einer akuten Krise können sie sich schnell und unkom­pli­ziert an die PIA wenden – und werden je nach Dring­lichkeit noch am gleichen Tag oder sehr zeitnah behandelt.

“Wir können nicht jede Belastung verhindern. Wir können aber dafür sorgen, dass die Hilfe näher, schneller und verläss­licher wird. Wir können Kindern und Jugend­lichen vermitteln, dass ihre seelische Gesundheit zählt. In Regen, im Landkreis, im Bezirk Nieder­bayern”, so Dr. Hochegger und Chris­tiane Frisch, Leitende Psycho­login der PIA Regen, ergänzt: “Psychische Erkran­kungen machen keinen Halt vor sozialen Schichten oder Alters­stufen. Unser Auftrag ist eine Entstig­ma­ti­sierung dieser Thematik.“

Man freue sich sehr, mit diesen Räumlich­keiten jetzt in Betrieb gehen und für die Region mehr Angebote liefern zu können, sind sich die Betei­ligten einig. Und vielleicht komme man mit diesem Standort der gemein­samen Vision einen Schritt näher, hier irgendwann eine Tages­klinik aufzu­bauen.

Bildun­ter­schrift: Mit dem Banddurch­schnitt wurde die PIA Regen offiziell eröffnet (v.l.): Pfarrer Marco Stangl, Regie­rungs­di­rektor Alexander Kraus, Chefärztin Dr. Tanja Hochegger, Bezirks­tags­prä­sident Dr. Olaf Heinrich, Ärztliche Leiterin Stephanie Kiene, Leitende Psycho­login Chris­tiane Frisch sowie Pfarrer i.R. Ernst-Martin Kittelmann.

Foto: Bezirk Niederbayern/Roider