Gut begleitet
von Anfang an
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Aufnahme und Ablauf
Ein Klinikaufenthalt ist für Kinder, Jugendliche und Familien ein großer Schritt. Umso wichtiger ist es, von Anfang an zu wissen, was einen erwartet. Wir möchten Orientierung geben – verständlich, ehrlich und nah an den Fragen, die Eltern und junge Patienten beschäftigen.
Der Weg in die Klinik
Die Aufnahme erfolgt in der Regel nach Einweisung durch eine niedergelassene Fachärztin oder einen Facharzt – oder nach einem Vorgespräch in unserer Institutsambulanz. In akuten Krisen ist auch eine kurzfristige Vorstellung möglich. Alle wichtigen Telefonnummern finden Sie in der Kontaktspalte.
Was erwartet uns in der Klinik?
Bevor eine Behandlung beginnt, nehmen wir uns Zeit für ein persönliches Gespräch. Dabei können Fragen, Sorgen und organisatorische Themen in Ruhe besprochen werden. Der weitere Verlauf wird individuell geplant – je nach Alter, Symptomatik und Bedarf. Dabei klären wir z. B.:
- Stationäre oder teilstationäre Behandlung?
- Was bringt mein Kind mit – medizinisch, schulisch, persönlich?
- Wie können wir Eltern oder Bezugspersonen aktiv mitwirken?
Alles Wichtige dazu – inkl. Packliste, Tagesstruktur, Schulalltag oder Freizeit – finden Sie kompakt im Sorgenfrei-Leitfaden:
Station oder Tagesklinik?
Manche Kinder und Jugendliche bleiben über Nacht bei uns, andere kehren am Nachmittag nach Hause zurück. Welche Behandlungsform geeignet ist, besprechen wir gemeinsam im Vorfeld.
Wichtig zu wissen:
- In beiden Fällen begleiten wir mit einem multiprofessionellen Team.
- Jeder erhält einen individuellen Behandlungsplan.
- Bezugspersonen bleiben wichtige Partner.
Behandlung und Therapie
Nach der Aufnahme stehen der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung sowie die Entlastung der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. Anschließend erfolgt eine umfassende Diagnostik, auf deren Grundlage eine individuell abgestimmte Therapieplanung erstellt wird.
Unser therapeutischer Ansatz ist multidisziplinär, ressourcenorientiert und flexibel an die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen angepasst.
Eltern und Bezugspersonen: aktiv eingebunden
Eltern und Bezugspersonen sind ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Wir wissen, wie wichtig das Umfeld für die Entwicklung und Genesung ist, und erwarten daher die aktive Mitwirkung der Eltern am Behandlungsprozess. Dazu gehören:
- Regelmäßige Elterngespräche und Familienberatung
- Gemeinsame Therapiebausteine
- Teilnahme an Elterngruppen
- Unterstützung bei Erziehungsfragen oder familiären Herausforderungen
- Eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, der Jugendhilfe und externen Behandlern
Unser Ziel ist es, gemeinsam eine tragfähige Perspektive für Familie, Alltag und Zukunft zu entwickeln.
Therapieangebote
Unsere Therapieangebote sind stationsspezifisch und folgen einem klar strukturierten Wochenplan (beispielhaft im Sorgenfrei-Leitfaden skizziert). Die feste Struktur vermittelt Sicherheit, Orientierung und Stabilität und unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, erlernte Strategien in ihren Alltag zu übertragen.
Zusätzlich wird bei fachärztlicher Indikation nach ausführlicher Besprechung mit unseren Patienten und deren Sorgeberechtigten eine pharmakotherapeutische Mitbehandlung eingeleitet und begleitet.
Während der Behandlung werden die Kinder und Jugendlichen darauf vorbereitet, schrittweise in ihr gewohntes Umfeld zurückzukehren. Dabei unterstützen sie regelmäßige Belastungserprobungen sowie die Beratung und Begleitung durch unseren Sozialdienst und die Milieutherapie.
Schule und Ausbildung
Die Staatliche Schule für Kranke sitzt in unserem Klinikgebäude und sorgt dafür, dass unsere Kinder und Jugendlichen weiter lernen können. Der Unterricht ist an den Wissensstand und die Stabilität der jungen Patienten angepasst, um eine möglichst nahtlose Rückkehr in die Stammschule zu fördern.
Jugendliche, die sich in Ausbildung befinden, erhalten ein individuelles Angebot an Berufsschule und Arbeitstherapie, entsprechend ihres Therapieplans.
Entlass- und Übergangsmanagement
Zurück ins Leben – mit einem guten Plan
Die Rückkehr in den Alltag ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Damit dieser Übergang gelingt, startet unser Entlass- und Übergangsmanagement frühzeitig.
Vor der Entlassung besprechen wir mit dem jungen Patienten, den Eltern und der Schule den nächsten Schritt – für einen stabilen Neustart in Leben und Alltag.
Schritt für Schritt zurück
Gemeinsam planen wir im Entlassmanagment den Wiedereinstieg in Schule und Alltag – klären, was schon klappt, wo Unterstützung nötig ist und wer beteiligt wird.
Typische Schritte:
- Austausch mit Schule, Schulpsychologie und Jugendsozialarbeit
- Gespräche mit Eltern und Familie zur Perspektivplanung
- Unterstützung bei ambulanter Therapie oder Jugendhilfe
- Koordination mit externen Fachstellen
Bei der Entlassung von Patienten aus stationärer oder teilstationärer Behandlung zeigt sich häufig, dass eine Rückkehr in ihren sozialen Raum scheitert.
Mit der Einführung eines „Übergangsbegleiters“ soll dem Patienten, seiner Familie und seinem sozialen Umfeld geholfen werden die sensible Phase des Übergangs vom Krankenhaus in den sozialen Heimatraum erfolgreich zu gestalten.
Wichtige Aspekte der Übergangsbegleitung:
- Indikationsstellung und Anmeldung erfolgen auf fachärztliche Einschätzung ca. vier Wochen vor der geplanten Entlassung
- Enge Kooperation zwischen Klinik, Eltern, Patient und aufnehmender Einrichtung
- Frühe Einbindung der aufnehmenden Einrichtung in die Entlassphase und abgestimmte (Wieder-)Eingliederung.
- Individuell angepasste Begleitung mit Fokus auf herausfordernde Situationen und passende Lösungsstrategien.
- Entstigmatisierung und transparente Kommunikation über Erkrankung und Entwicklungsfortschritte.
- Förderung der Übertragung stabiler Veränderungen ins häusliche Umfeld
- Geplanter Transfer positiver Interventionen, stufenweise Belastungssteigerung, intensive Begleitung beim Übergang.
- Fester Ansprechpartner im Behandlungsteam schafft Sicherheit; koordinierte Kommunikation bei Schulen.
- Ressourcenanalyse im häuslichen und sozialen Umfeld; altersangepasste Begleitstruktur.