Jubiläumsfeier im Bezirksklinikum Mainkofen würdigt langjähriges Engagement und zeigt Perspektiven für die Weiterentwicklung der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung auf.
Mainkofen/Deggendorf. Seit 15 Jahren bietet die Außenstelle der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) des Bezirkskrankenhauses Landshut in Deggendorf wohnortnahe Hilfe für psychisch erkrankte Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Bei einer Feierstunde am 30. Oktober im Bezirksklinikum Mainkofen wurde die Entwicklung der Einrichtung gewürdigt und zugleich der Blick in die Zukunft gerichtet. Bezirksrätin und Deggendorfs Zweite Bürgermeisterin Renate Wasmeier sowie der kommissarische Krankenhausdirektor Uwe Böttcher begrüßten die Gäste. Renate Wasmeier hob dabei die besondere Bedeutung wohnortnaher Behandlungsmöglichkeiten hervor.
15 Jahre Engagement und ein personeller Neubeginn
Als die Psychiatrische Institutsambulanz im September 2011 und einen Monat später die Tagesklinik in Deggendorf ihren Betrieb aufnahmen, lag bereits eine intensive Vorbereitungszeit hinter den Beteiligten. Wie viel Eigeninitiative und persönlicher Einsatz dafür nötig waren, zeigte der Rückblick von Dr. Roland Ebner, der 2010 mit dem Aufbau der Außenstelle beauftragt worden war. Gemeinsam mit einem engagierten Team legte er den Grundstein für die weitere Entwicklung der Einrichtung. Die Würdigung der Mitarbeitenden der ersten Stunde und ihres langjährigen Einsatzes wurde während der Feier mit spontanem Zwischenapplaus begleitet.
Mit dem Ruhestand von Dr. Roland Ebner zum 30. September 2026 ging die ärztliche Leitung der Außenstelle an Oberärztin Cristiana Porodan über. In den Jahren zuvor absolvierte sie ihre Weiterbildung am BKH Landshut und war dort unter anderem als Funktionsoberärztin in der offenen Therapie, Krisenbehandlung und Tagesklinik tätig. Zudem verfügt sie über eine vertiefende Ausbildung in der forensischen Begutachtung.
Bereits seit dem 1. Mai 2026 verstärkt außerdem Stephanie Kiene als leitende Oberärztin die KJP. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Versorgung in den Regionen Deggendorf und Regen. Dafür bringt sie insbesondere Erfahrung mit dezentralen, teilstationären Versorgungsstrukturen sowie mit der aufsuchenden Behandlung von Menschen mit Intelligenzminderung und psychischen Erkrankungen mit.
Neue Anforderungen, neue Perspektiven
Wie wichtig die kontinuierliche Weiterentwicklung der Versorgung ist, verdeutlichte Chefärztin Dr. Tanja Hochegger anhand der veränderten Lebenswelt junger Menschen. Während 2011 Fernsehen, Sport und persönliche Treffen den Alltag prägten, spielen heute Smartphones und soziale Medien eine zentrale Rolle. Damit hätten sich auch psychische Belastungen und die Anforderungen an therapeutische Konzepte verändert.
Neben der Anpassung therapeutischer Konzepte stellt sich auch die Frage, wie die bestehenden Behandlungsangebote künftig noch besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet werden können. Dazu gehören auch geeignete räumliche und organisatorische Rahmenbedingungen. Die leitende Oberärztin Stephanie Kiene betonte in diesem Zusammenhang, dass eine gute Behandlung nicht allein von fachlicher Kompetenz und persönlichem Engagement abhänge, sondern auch entsprechende Voraussetzungen brauche.
Vor diesem Hintergrund wird derzeit überlegt, wie die Vorteile des Standorts Mainkofen künftig für verschiedene Altersgruppen genutzt werden können, um die Versorgung weiter zu verbessern. Dabei kann auf die positiven Erfahrungen während der Corona-Pandemie zurückgegriffen werden, als die Tagesklinik vorübergehend im Bezirksklinikum Mainkofen untergebracht war. Die Verantwortlichen stehen hierzu bereits im Austausch, um gemeinsam geeignete Lösungen für die zukünftige Versorgung zu entwickeln.
Das Jubiläum machte damit nicht nur die erfolgreiche Aufbauarbeit der vergangenen 15 Jahre deutlich, sondern auch den gemeinsamen Willen, die Versorgung weiterzuentwickeln. Wie wichtig dabei die Zusammenarbeit mit Familien, Schulen und weiteren Einrichtungen ist, fasste Dr. Roland Ebner treffend zusammen: „Es braucht heute mehr als ein Dorf, um ein Kind großzuziehen.“