15 Jahre KJP Deggendorf: Bewährte Versorgung mit neuen Perspek­tiven

Gemeinsam feierten sie das 15-jährige Bestehen der KJP-Außenstelle Deggendorf (v. l.): stellvertretender Landrat Roman Fischer, Bezirksrätin und Zweite Bürgermeisterin Renate Wasmeier, der kommissarische Krankenhausdirektor Uwe Böttcher, Chefärztin Dr. Tanja Hochegger, die leitende Oberärztin Stephanie Kiene und der ehemalige Oberarzt Dr. Roland Ebner.
Gemeinsam feierten sie das 15-jährige Bestehen der KJP-Außenstelle Deggendorf (v. l.): stellvertretender Landrat Roman Fischer, Bezirksrätin und Zweite Bürgermeisterin Renate Wasmeier, der kommissarische Krankenhausdirektor Uwe Böttcher, Chefärztin Dr. Tanja Hochegger, die leitende Oberärztin Stephanie Kiene und der ehemalige Oberarzt Dr. Roland Ebner. Foto: BKH Landshut

Jubilä­ums­feier im Bezirks­kli­nikum Mainkofen würdigt langjäh­riges Engagement und zeigt Perspek­tiven für die Weiter­ent­wicklung der kinder- und jugend­psych­ia­tri­schen Versorgung auf.

Mainkofen/Deggendorf. Seit 15 Jahren bietet die Außen­stelle der Kinder- und Jugend­psych­iatrie (KJP) des Bezirks­kran­ken­hauses Landshut in Deggendorf wohnortnahe Hilfe für psychisch erkrankte Kinder, Jugend­liche und ihre Familien. Bei einer Feier­stunde am 30. Oktober im Bezirks­kli­nikum Mainkofen wurde die Entwicklung der Einrichtung gewürdigt und zugleich der Blick in die Zukunft gerichtet. Bezirks­rätin und Deggen­dorfs Zweite Bürger­meis­terin Renate Wasmeier sowie der kommis­sa­rische Kranken­haus­di­rektor Uwe Böttcher begrüßten die Gäste. Renate Wasmeier hob dabei die besondere Bedeutung wohnort­naher Behand­lungs­mög­lich­keiten hervor.

15 Jahre Engagement und ein perso­neller Neubeginn

Als die Psych­ia­trische Insti­tuts­am­bulanz im September 2011 und einen Monat später die Tages­klinik in Deggendorf ihren Betrieb aufnahmen, lag bereits eine intensive Vorbe­rei­tungszeit hinter den Betei­ligten. Wie viel Eigen­in­itiative und persön­licher Einsatz dafür nötig waren, zeigte der Rückblick von Dr. Roland Ebner, der 2010 mit dem Aufbau der Außen­stelle beauf­tragt worden war. Gemeinsam mit einem engagierten Team legte er den Grund­stein für die weitere Entwicklung der Einrichtung. Die Würdigung der Mitar­bei­tenden der ersten Stunde und ihres langjäh­rigen Einsatzes wurde während der Feier mit spontanem Zwischen­ap­plaus begleitet.

Mit dem Ruhestand von Dr. Roland Ebner zum 30. September 2026 ging die ärztliche Leitung der Außen­stelle an Oberärztin Cristiana Porodan über. In den Jahren zuvor absol­vierte sie ihre Weiter­bildung am BKH Landshut und war dort unter anderem als Funkti­ons­ober­ärztin in der offenen Therapie, Krisen­be­handlung und Tages­klinik tätig. Zudem verfügt sie über eine vertie­fende Ausbildung in der foren­si­schen Begut­achtung.

Bereits seit dem 1. Mai 2026 verstärkt außerdem Stephanie Kiene als leitende Oberärztin die KJP. Ihr Schwer­punkt liegt auf der Weiter­ent­wicklung der Versorgung in den Regionen Deggendorf und Regen. Dafür bringt sie insbe­sondere Erfahrung mit dezen­tralen, teilsta­tio­nären Versor­gungs­struk­turen sowie mit der aufsu­chenden Behandlung von Menschen mit Intel­li­genz­min­derung und psychi­schen Erkran­kungen mit.

Neue Anfor­de­rungen, neue Perspek­tiven

Wie wichtig die konti­nu­ier­liche Weiter­ent­wicklung der Versorgung ist, verdeut­lichte Chefärztin Dr. Tanja Hochegger anhand der verän­derten Lebenswelt junger Menschen. Während 2011 Fernsehen, Sport und persön­liche Treffen den Alltag prägten, spielen heute Smart­phones und soziale Medien eine zentrale Rolle. Damit hätten sich auch psychische Belas­tungen und die Anfor­de­rungen an thera­peu­tische Konzepte verändert.

Neben der Anpassung thera­peu­ti­scher Konzepte stellt sich auch die Frage, wie die bestehenden Behand­lungs­an­gebote künftig noch besser auf die unter­schied­lichen Bedürf­nisse von Kindern und Jugend­lichen ausge­richtet werden können. Dazu gehören auch geeignete räumliche und organi­sa­to­rische Rahmen­be­din­gungen. Die leitende Oberärztin Stephanie Kiene betonte in diesem Zusam­menhang, dass eine gute Behandlung nicht allein von fachlicher Kompetenz und persön­lichem Engagement abhänge, sondern auch entspre­chende Voraus­set­zungen brauche.

Vor diesem Hinter­grund wird derzeit überlegt, wie die Vorteile des Standorts Mainkofen künftig für verschiedene Alters­gruppen genutzt werden können, um die Versorgung weiter zu verbessern. Dabei kann auf die positiven Erfah­rungen während der Corona-Pandemie zurück­ge­griffen werden, als die Tages­klinik vorüber­gehend im Bezirks­kli­nikum Mainkofen unter­ge­bracht war. Die Verant­wort­lichen stehen hierzu bereits im Austausch, um gemeinsam geeignete Lösungen für die zukünftige Versorgung zu entwi­ckeln.

Das Jubiläum machte damit nicht nur die erfolg­reiche Aufbau­arbeit der vergan­genen 15 Jahre deutlich, sondern auch den gemein­samen Willen, die Versorgung weiter­zu­ent­wi­ckeln. Wie wichtig dabei die Zusam­men­arbeit mit Familien, Schulen und weiteren Einrich­tungen ist, fasste Dr. Roland Ebner treffend zusammen: „Es braucht heute mehr als ein Dorf, um ein Kind großzu­ziehen.“